Held your standards close to heart

Einen Tag in meinen Semesterferien war ich ein bisschen mit meiner Mama in Magdeburg shoppen und hab auch gut was gefunden. Diesmal kann ich es kurz machen. Alle Sachen sind von H&M. Und alles hat unter 15 Tacken gekostet. Ich bin gut, oder? Am meisten freu ich mich eigentlich über die bauchfreie weiße Bluse, sie sieht zu meiner schwarzen Highwaist so cool aus :) Ich liebe sie! Jetzt hab ich auch richtig Lust auf ein warme Wetter, damit ich die Sachen auch endlich tragen kann. Ach, und noch ein Kommentar zu der sexy Sporthose. Kennt ihr das Phänomen, dass man immer eine Ausrede hat keinen Sport zu machen? Sicherlich. Bei mir gibt es tausend Ausreden. Mehr als tausend. Aber eine ganz große war auf jeden Fall die, das ich keine vernünftigen Sportsachen habe. Ich halte nicht viel von überteuerten Sportmarken, oder so überflüssige Dinge, wie Sportsocken etc.. Aber eine ordentliche Hose und ein gutes Paar Schuhe darf man schon besitzen. Wenn ich schon bekloppt beim Rennen aussehe, dann wenigstens stilvoll. Hose - check! Schuhe - bin auf der Suche. Die letzten beiden Teile erkennt man super gut, ich weiß. Nur blöd, wenn alles schwarz ist. Nein, eigentlich ist es sehr schön, aber zum fotografieren echt blöd. Also gut, links haben wir ein Kleid, mit einem einseitig tiefen Einschnitt am Bein, uhlala und rechts einen einfachen schwarzen Cardigan, der den Po bedeckt. Das war ein wichtiges Kriterium. Wieso? Wartet es ab. 

Ferkelproduktion in Deutschland

Heute möchte ich euch ein bisschen was über mein Praktikum in einer Ferkelproduktion erzählen. Ihr habt vielleicht schon gelesen, dass ich vom Studium aus ein landwirtschaftliches Praktikum machen musste. Zwei Wochen lang arbeitete ich in der Schweineanlage und hatte jeden Tag Zuhause viel zu erzählen. Ich werde versuchen es auf die wichtigsten Fakten zu beschränken, aber dennoch wird es kein kurzer Post, in dem ich mal eben von traurigen Schweinen und toten Ferkeln erzählen werde. Mir ist es wichtig diesen Bericht zu schreiben. Sollte ich eine Vorwarnung aussprechen? Ich denke nicht, erstens sollte jeder wissen, wie es hinter den Türen aussieht und zweitens bin ich auch ohne Vorwarnung dort angekommen und habe viele wertvolle Erfahrungen mitnehmen können. Ich hoffe ihr versteht was ich meine und könnt bald nachvollziehen, warum ich unglaublich wütend, enttäuscht und ergriffen bin. Die Fotos habe ich selbst gemacht. Tiere bewegen sich, also erwartet bitte keine Ausstellungsstücke.

Zu Beginn verlinke ich euch ein Video, welches gut darstellt, wie es in den Zuchtanlagen in Deutschland aussieht und zeigt, was ich gesehen habe. Dazu muss ich sagen, dass es in meinem Betrieb nicht ganz so schlimm aussah. Aber zu den Einzelheiten komme ich gleich.

Die Haltung
Am ersten Tag ging ich ohne Erwartungen in die Anlage und wurde auch ganz freundlich empfangen und nachdem ich mir Arbeitskleidung angezogen hatte, wurde ich gleich in die Ställe geführt. Ein großer Gang charakterisierte das Gebäude, von welchem links und rechts Türen zu den einzelnen Ställen abgingen. In einem Stall lagen 40 Sauen in Abferkelboxen (siehe Video). Die Sauen liegen fixiert durch Gitterstäbe in der Mitte solcher Abferkelboxen, sodass sie nur liegen oder stehen können. Bewegung ist nicht möglich. Hauptsächlich liegen die Sauen, wodurch ihre Jungen an die Zitzen kommen und saugen können. Der Boden besteht aus einem Gitter, damit die Reinigung einfacher ist und Urin zB gleich abfließen kann. Aber genau der Boden ist auch Grund dafür, dass Ferkel mit ihren Beinchen stecken bleiben und teilweise daran sterben oder die Sauen sichtlich Probleme beim Aufstehen haben. Die Arbeiter schlagen die Sauen mit Metallstangen oder Spaten, damit sie aufstehen. Das machen sie nicht aus Freude, aber dennoch muss es gemacht werden, da sonst die Tiere anfangen zu lahmen und gar nicht mehr aufstehen. Ich sollte sie ebenfalls hochjagen und dabei mit meinem Mister schlagen. Auf meine Aussage, dass ich den Tieren nicht weh tun will, kamen immer die selben Worte: Ach, das tut denen nicht weh. Ok, wenn mich jemand schlagen würde und dabei lauthals anschreien würde, denken sich bestimmt auch alle - Das tut nicht weh. Für die Ferkel war der Boden weiterhin noch ein Problem, da sie unglaublich oft ausrutschen und hinfallen. Die Sau hatte vor ihrer Schnauze den Trog mit Wasser und Futter und am Po war im Boden eine breitere Ritze, um den Mist dort hinein zu schieben. Die fixierte Haltung soll verhindern, dass die Ferkel zertreten werden, dennoch passiert es, dass Ferkel durch die eigene Mutter erdrückt werden und dann einfach aussortiert werden, als wäre nichts passiert. In den Ställen ist normalerweise kein Licht an, lediglich die Wärmelampen leuchten, wenn die Ferkel diese noch benötigen. In dem Betrieb, in dem ich arbeitete, gab es teilweise Fenster in der Decke, durch die jedoch nur sehr schwaches und stark gedämpftes Licht einfiel. Auf Nachfrage, wieso es immer so dunkel sei, wurde mir gesagt, dass ein Schwein draußen in der Natur nie sich in die pralle Sonne legen würde. Damit hat man wahrscheinlich auch recht, aber muss es deswegen so dunkel sein? Und das ein Leben lang?
Die Ferkel
Jeder Mensch ist beim Anblick kleiner Ferkel angetan. Sie sehen so unschuldig und friedlich aus. An meinem letzten Tag habe ich mich ein paar Minuten an eine Abferkelbox gestellt und die Tiere nur beobachtet. Rund fünfzehn Ferkel lagen aufeinander und haben geschlafen. Haben versucht den besten und wärmsten Platz zu erreichen und sahen dabei so zufrieden aus. Sie taten mir dabei so leid, weil auf sie noch viel wartete. Wenn die Ferkel ca sieben Tage alt sind, kommt die erste Prozedur. Mit einem Wagen, auf dem zwei Kästen stehen, geht es in den Stall. Die Ferkel werden eingefangen und nach Geschlecht in diese Kästen geschmissen. Geschmissen. Beim Einfangen werden die Ferkel an den Hinterbeinen gegriffen und kopfüber festgehalten. Die Mitarbeiter hatten teilweise vier Ferkel an jeder Hand. Es sah aus wie ein Blumenstrauß aus Schweinen. Ich hab die Tiere meistens mit beiden Händen unter die Brust gegriffen und dann getragen. Einzeln nacheinander. Ich meinte, dass ich Angst hätte die Ferkel fallen zu lassen, wenn ich gleich mehrere tragen würde und daraufhin wurde wieder mir als Antwort gegeben: Das tut denen nicht weh. Doch tut es! Nun, in den engen Boxen nach Geschlecht getrennt, habe ich die Ferkel mit zwei Medikamenten geimpft, dann die Marken durch die Ohren gestanzt. Sie schrien wie am Spieß. Oft wurde mir gesagt, dass es wie ein Ohrring sei, aber das war es nicht, da der Stift einen Durchmesser von gut einem halben Zentimeter hatte. Danach nahmen sich die Arbeiter die männlichen Ferkel und klemmten sich eins nach dem anderen zwischen die Oberschenkel. Gesicht  nach hinten, Po nach vorne. Mit einer Skalpellklinge wurden nacheinander alle Ferkel kastriert und zum Schluss noch der Ringelschwanz abgeschnitten - Egal ob männlich oder weiblich. Dann wurden die Ferkel zurück zur Mutter in die Abferkelboxen geschmissen. Manche landeten senkrecht auf ihrere Nase oder sonst wie ungünstig. Die sieben Tage alten Tiere hatten gerade zwei Impfungen, eine Ohrmarke, eine Kastration ohne Betäubung durchlebt und ihnen wurde der Schwanz abgeschnitten. Und dann werden sie einfach wieder rein geworfen. Mir fiel es unglaublich schwer dabei zuzusehen und mir taten die Tiere unfassbar leid. An dieser Stelle eine paar Erklärungen: Der Schwanz wird abgeschnitten, da die Tiere sonst später im älteren Zustand dazu neigen können sich gegenseitig die Schwänze anzubeißen und ein Schwein, was einmal Blut geleckt hat, will immer mehr Blut und frisst immer mehr Schweine an. Um Kannibalismus aus Enge und Eintönigkeit also zu verhindern, werden die Schwänze abgeschnitten. Kastriert wird ein Ferkel ohne Betäubung, da es mit in einer Massenproduktion viel länger dauern würde. Schuld an der Kastration ist der Konsument, da dieser kein Eberfleisch essen möchte. Der Geschmack soll wohl von einem Kastrat und Eber unterschiedlich sein. Aber wieder zu den Ferkeln. Blutverschmiert und noch gar nicht realisierend, was mit ihnen passiert ist, suchen sie dann meist die Milch ihrer Mutter. Nachdem wir mit einem Stall durch waren, sollte ich dann Streu auf die Ferkel streuen, damit sie nicht verkleben. Ich musste zweimal nachfragen, ob ich wirklich auf die Ferkel streuen sollte. Die Mitarbeiter arbeiten dabei ohne Handschuhe und mit der ein und der selben Klinge. Sowas kann doch keine Hygiene sein?! Ach und auf meine Bemerkung, dass das wahnsinnig weh tun muss, wenn die Tiere ohne Betäubung kastriert werden, wurde der Eingriff mit einem Schnitt in den Finger verglichen. Ich war fassungslos. Ich bin es immer noch.

Die Reinigung
Ich musste sehr oft die Abferkelboxen ausmisten. Habe mich auch nie dagegen gesträubt, weil ich wusste, dass es dazu gehört. Aber oft war es der Fall, dass die Sauen in ihrem eigenen Kot saßen oder die Ferkel sich gegenseitig damit beschmutzten. Es ist einfach nicht genügend Platz da. Jedes Tier baut sich seine eigene Ecke, in der es immer sein Geschäft verrichtet, aber diese haben einfach nicht die Möglichkeit. Es ist auch passiert, dass mich eine Sau angepisst hat und in meinen Schuh gepinkelt hat. Aber wo soll sie auch hin und ich stand gerade da, also Pech gehabt. Wenn die Sauen umgestallt werden und neue in die Abferkelboxen kommen, werden diese mit einem Wasserdruckstrahl gekärchert. Ich wunder mich jedes mal wieder, wie sauber die Boxen werden können.
Das Spielzeug
Ob Spielzeug Pflicht ist, weiß ich nicht, aber unsere Ställe hatten sogenanntes Spielzeug. Es entpuppte sich als Metallketten, die mit einem Gummischlauch überzogen waren. Die Sauen bissen darauf herum und vertrieben sich die Zeit. Die Ferkel spielten miteinander. Manchmal jedoch war ich mir nicht sicher, ob es wirklich noch ein spielen war oder Aggressionen. Wenn Tiere andauernd auf engsten Raum leben, kommt es ja dazu, dass sie sich streiten und Aggressionen abbauen. Aber meistens sah es ganz niedlich aus, wie sie sich gegenseitig in die Ohren knabberten oder umher rannten. Wenn ich zum Misten in die Boxen gingen, kamen die meisten Ferkel angerannt und haben meine Schuhe und Hose beschnuppert und später sogar reingeknabbert und das Hosenbein hochgezogen. Es sind wirklich wundervolle Tiere. 

Die Verletzungen
Häufig passiert es, dass sich die Schweine verletzen. Dabei sind häufig die Sauen betroffen, die durch die Gitterstäbe, welche sie fixieren, oft verletzt werden. Ich habe unzählige Sauen gesehen, die Schorfwunden, Kratzer oder blutende Wunden hatten. Sehr oft war dabei das Bein betroffen oder die Klaue. Manchmal ist ein Zeh abgerissen wurden oder das Bein ist angeschwollen. Wie und ob diese Wunden behandelt wurden, kann ich nicht sagen. Der zuständige Tierarzt kommt alle vier Wochen und berät die Ferkelproduktion in vielerlei Hinsicht, aber ob es sich für eine Massenproduktion lohnen würde eine Sau von einem Tierarzt behandeln zu lassen, bezweifle ich. Wenn Ferkel ihren Verletzungen, sei es durch das Erdrücken oder allgemeiner Schwäche, erlegen, so werden sie einfach in die Kardaverhalle geschmissen. Ferkel haben eine Sterberate von ca 15 %. Diese Zahlen muss man sich mal veranschaulichen. Ständig lagen tote Ferkel auf den Fluren und wurden dann irgendwann mal eingesammelt, um entsorgt zu werden. Das war ein schrecklicher Anblick.


Mein Fazit   
Ich konnte und habe viel während der zwei Wochen gelernt. Mir ist bewusst, dass mein Betrieb eigentlich ein guter Betrieb war, was mir auch immer wieder verdeutlicht wurde. Aber wenn diese Bedingungen schon gut sind, wie sieht es dann in anderen Anlagen aus? Die Arbeit dort hat mir nicht wirklich Spaß gemacht, ich musste viel Misten, Wassertröge reinigen oder die Ferkel mit Marken durchlöchern. Aber immer wenn ich alleine im Stall war, hab ich mich zu den Tieren hingesetzt, mich mit ihnen beschäftigt und mit ihnen gesprochen. Es sind unglaublich tolle Tiere. Trotz der vielen schlimmen Anblicke und des nicht angenehmen Geruchs, etc, kann ich sagen, dass ich bestimmt wiederkommen werde. Vielleicht in zwei Jahren, wenn ich weiter im Studium bin und mehr Verständnis und Wissen habe. 
Ich will damit niemanden aufrufen auf Fleisch zu verzichten, weder beabsichtige ich die Massenproduktion in Deutschland schlecht zu reden. Das brauche ich auch gar nicht, denn das ist sie von sich aus schon. Mit diesen Worten beende ich mein kleines Protokoll. Ich wollte mich auf das Wesentliche beschränken und hoffe, dass ihr es euch durchgelesen habt. Zum Schluss noch ein kleines Video, was zeigt, warum Schweine nicht auf Gitter und durch Stahlstangen eingezäunt gehalten werden sollten. Danke. 

Through these eyes I rely on all I've seen

In den letzten Tagen hat mich ein Paket von KoolKatKustome erreicht - Vielen Dank dafür!, und darin befand sich Schmuck, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Sicherlich kennen viele von euch den Shop schon und wissen, welche Art von Schmuck dort verkauft wird und falls doch nicht, hier gehts lang bitte. Die Auswahl ist riesig und auch wenn es erstmal vielleicht ein bisschen overwhelming erscheint, find ich immer versteckt ein paar Schätze. Dieses mal bin ich ganz erfreut über meine kleine Fledermaus. Vor ein paar Jahren hab ich mir mal eine Fledermaus-Kette auf einem Mittelaltermarkt gekauft, die jedoch überraschender Weise super leicht verformbar wurde, sobald sie ein paar Minuten auf der Haut lag. Also entweder hab ich eine Körpertemperatur von 60 Grad Celsius aufsteigend, oder sie bestand aus dem billigsten Metall, was es gab. Eher das Zweite. Jedenfalls bin ich sehr glücklich nun einen Ersatz zu haben :) Die anderen Schmuckstücke gefallen mir auch richtig gut, aber schaut selbst.